Casa Batlló
Stadthaus, 1905-1907
Ganz anderes als das zwei Jahre vorher fertiggestellte Bell-Esguard wirkt die Casa Batlló, die Gaudi im Passeig de Gràcia, für den Stoffabrikanten Josep Batlló i Casanova, baute. Genau genommen umbaute, denn Gaudí griff auf ein bereits bestehendes Bauwerk zurück.
Ähnlich wie auch beim Palau Güell oder Casa Calvet waren auch hier die Platzverhältnisse äußerst begrenzt, und wieder zeigte Gaudí, daß der mit diesen Beschränkungen (im Gegensatz zu denen finanzieller Natur) hervorragend umzugehen verstand. Das Haus wirkt viel größer, als es eigentlich ist.
Die Fassade (Gaudí kam hier in Konflikt mit der Bauverwaltung, als er das Haus zu weit auf die Straße hinausbaute), ist geprägt von der runden, geschwungenen Form der Fenster und den Säulen, die die Fassade stützten. Und schließlich die Zackenlinie des Daches, das so gar nicht zu den benachbarten gebäuden passen will. Schon allein deshalb sticht die Casa Batlló, obwohl keineswegs größer, neben den Nachbarhäusern hervor. Und auch hier zeigt sich wieder Gaudís Vorliebe für fantasievolle Gestalltung der Schornsteine. Die viereckigken Schlote der anderen Häuser müssen ihm ein Greuel gewesen sein.
Neben der Fassade zeigt sich die Casa Batlló als vielleicht Gaudís schönstes Jugendstilprojekt: Neben der Tatsache, daß es kaum Kanten und gerade Wände in dem Haus gibt, sind auch Türen und Möbelstücke in herrlich geschwungenen Formen ausgeführt. Eckig an dem Haus ist eigentlich nur noch der Grundriss...
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