Casa Calvet
Stadthaus in Barcelona, 1898-1904
1897 bekam Gaudí von den Söhnen des Pere Màrtir Calvet, eines Stoffabrikanten den Auftrag zum Bau eines Stadthauses in der Calle de Casp in Barcelona in der Nähe der Plaça de Catalunya. Ähnliche Profanbauten hatte er bereits in León errichtet, hier aber mußte er das Gebäude zwischen zwei anderen Häusern einpassen, und auch einige weiter Vorgaben hatte er zu beachten, sollte das Haus doch zahlreichen Zwecken dienen: Im Erdgeschoß waren Lager- und Geschäftsrüme vorgesehen, in den oberen Stockwerken sollten Wohnungen entstehen.
Zwar wirkt die Casa Calvet auf den ersten Blick eher nüchtern, aber in der Fassade zeigt sich Gaudís Sinn für Symbolik: Den Haupteingang ziert das Wappen der Familie und eine Zypresse als traditionelles Symbol der Gastfreundschaft, und von den Giebeln blicken die Köpfe dreier Märtyrer auf die Straße herunter. Und auch die schmiedeeisernen Türklopfern, bei denen ein Kreuz (Sinnbild des Göttlichen) auf den Rücken einer Laus (Symbol der Verderblichkeit) schlägt, zeigen diesen Sinn.
Durch die Giebel wirkt das Gebäude eher größer als die angrenzenden Häuser, und trotz dieses Vertößen gegen die Bauordnung (Gaudí überschritt beim Bau der Giebel die zulässige Höhe) bekam er für diesen vergleichsweise konventionellen Entwurf 1900 den Preis der Stadt Barcelona, den einzigen Preis, den er zeitlebens erhielt.
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