Park Güell
Gartensiedlung und Park, 1900-1914

weiterPlan des Parks

Parc GüellWie bei so vielen anderen Projekten Gaudís läßt sich auch beim Parc Güell nur erahnen, was Gaudí und seinem Mäzen Güell vorschwebte. Inspiriert von den englischen Landschaftsgärten und romantischen Ideen sollte ein Wohngebiet entstehen, denn Anfangs war kein reiner Erholungspark geplant.

Daraus wurde nichts. Von den sechzig Parzellen, die wohl auch nicht eben billig zu haben waren, wurden gerade zwei verkauft (in eines der beiden Häuser zog Gaudí selbst mit seinem Vater und seiner Nichte ein). Auch die Stadtverwaltung hatte für das Projekt trotz der einmaligen Lage am Hang mit unverbaubarem Blick über die Stadt nichts übrig. In seinem Konzept könnte es aber heute noch vorbildlich sein, nahm es doch die Kombination von Wohngebiet und Erholung vorweg.

Gaudí paßte sämtliche Bauwerke und die Landschaftsgestaltung dem hügeligen Terrain der Muntanya Pelada an. Dabei kam er ohne größere Erdbewegungen aus, dafür setzte er Stützmauern und Terrassen ein.

Der Haupteingang und die beiden Pavillions zeigen deutlich die organischen Formen und virtuose Verwendung von unterschiedlichen, die Gaudí auch bei anderen Bauwerken anwandte. So erinnern die Kamine an die der Casa Milà. Das Material für den Park fand Gaudí auf dem Gelände selbst, und die zahlreichen Mosaiken wurden aus dem Abfall von Keramikbetrieben geschaffen, Spezialist dafür war Gaudís Mitarbeiter Josep Maria Jujol.

Parc Güell; Auch hier wieder faszinierend ist die Verbindung von Schönem und Nützlichem: Der „Schlangenköpfe“ am oberen Ende der Parkanlage dient gleichzeitig als Überlaufventil für die Zisterne, und die Säulenhalle am Eingang trägt den zentralen Marktplatz der Siedlung - der auch die Bühne eines riesigen Amphitheaters sein könnte. Die Mauer um den zentralen Platz dient gleichzeitig als Sitzbank und schlängelt sich um Terrasse herum. Dabei soll Gaudí, um eine möglichst „organische“ Form zu erzielen, ließ einen Mauer sich nackt in den noch nassen Gips setzen. Die Bank ist komplett mit Keramikmosaiken überzogen und dadurch Wasserdicht.

Die Wege im Park führen oft direkt am Hang entlang und durch zahlreiche Kolonnaden hindurch, wobei Gaudí auf schräge Stützsäulen zurückgriff, die äußerst stabil sind.

Ob ihm die heutige „Nutzung“ indes recht wäre, ist fraglich: „Bei all seiner Gutherzigkeit konnte Gaudí übrigens auch manchmal ein schwieriger Zeitgenosse sein: Liebespaare duldete er nicht in seinem Park“ (Rainer Zerbst: Antoni Gaudí).

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