Palau Güell
Residenz des Grafen Güell, 1885-1890

weiterQuerschnitt des Palau Güell

Nicht gerade in Barcelonas feinster Wohngegend steht der Palast, den Gaudí für Eusebi Güell baute. Mitten in der Carrer Nou de la Rambla, einer engen Straße im berüchtigten "Barrio Chino" steht das Palais, und eigentlich wäre eine repräsentative Fassadengestaltung völlig überflüssig, denn ein Blick auf die ganze nur, 18 × 22 Meter große Fassade läßt sich ohnehin nicht werfen. Und Fotografen müssen ob des eingeengten Standpunktes sowieso kapitulieren.

Wenn man aber die parabolischen Eingangsbogen ehrfurchtsvoll durchschreitet (man betritt ein solches Gebäude nicht einfach) befindet man sich in der nicht weniger Respekt einflößenden Eingangshalle. Die Dimensionen waren gewollt, schließlich konnten Gäste hoch zu Roß und auch mitsamt Kutsche in den Palast reiten oder fahren. Für die Pferde gab es im Keller - ein Novum in Barcelona - eine Art "Tiefgarage" mit Ställen.

Über eine Treppe gelangt man in den zentralen, dreistöckigen Saal des Palais. Allerdings ist dieser "Saal" mit nur neun quadratmetern Grundfläche nicht allzu groß, Gaudí mußte also auf zahlreiche Tricks zurückgreifen, um wenigstens optisch Raum zu gewinnen. Unter anderem finden sich dazu im Palast nicht weniger als 127 Säulen! Abgeschlossen wird das Ganze von einer Kuppel.

Um diesen Saal herum liegen die anderen Räume, die nicht weniger sorgfältig geplant sind und deren hölzerne Decken eine besondere Beachtung verdienen. Gaudí nahm sich bei diesem Projekt außerdem der Innenausstattung an und entwarf einige Möbelstücke nach seinem eigenen - dem Jugendstil abgewandelten - Geschmack.

Auf dem Dach finden sich erstmals die schon zu einem Sinnbild für Gaudís Architektur gewordenen Türmchen und orginellen Kamine, die bei zahlreichen späteren Wohngebäuden wie derCasa Milà wieder auftauchen.

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